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Salzburger Hochschulwochen 2012
6. bis 12. August
"verantworten"

In wachsendem Maße entzünden sich gesellschaftliche Konflikte anhand von Gerechtigkeitsfragen. Es handelt sich um mehr als bloße Verteilungskämpfe. Partizipation stellt die Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar. Sie fordert dazu auf, die gesellschaftlichen Fakten, die wir schaffen, vor den Folgen der Zukunft, die wir absehen können, zu verantworten.

 

Der Umbruch der Sozialsysteme, der Zugang zu Lebensressourcen, die Verteilung von Umweltbelastungen – sie fordern zum Nachdenken über die Mechanismen gesellschaftlicher Ein- und Ausschließungen auf. Migrationsströme teilen die Welt mitten in Europa und ziehen Grenzen, die sich über Ernährung und Gesundheit, Einkommen und Bildung definieren. Sie betreffen die Möglichkeiten persönlicher Lebensgestaltung und tasten die Würde von Menschen an.

 

Verantworten bildet den Imperativ jeder Zeit. In das 21. Jahrhundert führt er mit eigener Brisanz ein. Er leitet in den arabischen Ländern den Protest gegen die Herrschenden an und bringt die protestierenden Jugendlichen in Spanien auf die Straße. Er übt Druck auf Entscheider-Eliten aus, die unter dem Verdacht stehen, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern. Die Forderung nach Verantwortung gegenüber der Zukunft konfrontiert mit den Schulden, die wir gemacht haben – den ökologischen wie den wirtschaftlichen.

 

Unter Globalisierungsbedingungen fordern die veränderten Problemszenarien zu neuen Positionsbestimmungen, vor allem aber zur Suche nach Lösungsoptionen auf. Die technische Entwicklung befragt dabei auch Kirche und Theologie auf ihre Fähigkeit, sich dem entsprechenden Problemdruck zu stellen.

 

Die Salzburger Hochschulwoche 2012 setzt hier an. Sie greift den Imperativ verantworten als Motiv unterschiedlicher Ortsbestimmungen auf. Wo stehen wir – als Christinnen und Bürger? Welche Verantwortungsräume tun sich auf – kirchlich, gesellschaftlich? Welche Problemszenarien belasten unsere Zukunftserwartungen – und welches religiöse und wissenschaftliche Kapital können wir einsetzen, sie zu bestehen? Verantworten. Bewusst einfach gehalten, setzt der Titel der Salzburger Hochschulwoche auf verstörende Komplizierungen, die seine Vorlesungen und Diskussionen auslösen sollen.



Folgende Vortragende werden u.a. 2012 referieren:
Christian Geyer, FAZ Frankfurt
Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Wilhelm Graf, München
Prof. Dr. Martina Löw, Darmstadt
Dr. Rainer Hagencord, Münster
Prof. Dr. Peter Eigen, Berlin