Warum es wahrscheinlich ist, dass es anderswo im All Leben gibt

Nachdem er am Vortag den besonderen "Wimpernschlag-Moment" des Lebens auf der Erde skizziert hat, stellte sich der Wiener Astrophysiker Franz Kerschbaum am Samstag der Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass anderswo im Universum Leben existiert.
Trotz dieses außergewöhnlichen Moments, der menschliches Leben auf der Erde hervorgebracht hat, sei die Frage, ob es nicht doch auch anderswo im Universum Leben gibt, weder trivial noch schlicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich suche man gezielt nach Planeten, die jene Eigenschaften mitbringen, die auf der Erde Leben ermöglichten - wo also flüssiges Wasser, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und eine entsprechende Atmosphäre vorhanden sind.
Mathematisch bzw. per Ausschlussverfahren könne man dazu folgende Rechnung anstellen: Es gibt allein in der Milchstraße rund 400 Milliarden Sonnen. Lege man die Kriterien der Entstehung einfachsten Lebens zugrunde, wie es auf der Erde entstanden ist, so kämen rund 400 Millionen Planeten als möglicherweise belebte Planeten infrage. Bei der Frage nach höheren Lebensformen würde sich die mögliche Zahl auf rund 40.000 reduzieren. Suche man nach Planeten, auf denen eine hochentwickelte Lebensform wie auf der Erde möglich sein könnte, schrumpfe die Zahl auf eine Handvoll.
Die Frage, ob es irgendwo im All Leben gebe, würde er daher mit "sehr wahrscheinlich" beantworten, so Kerschbaum. Und er fügte hinzu: "Gäbe es nur uns, wäre das doch eine schreckliche Platzverschwendung."
Text & Fotos: Dr. Henning Klingen
