
Mag. theol. Sr. Jakoba Zöll
Workshop
Wie Franziskus wurde, wer er ist: Identitätskonstruktionen in den Franziskusquellen
Details
Zum 800. Todestag des Franziskus von Assisi blickt nicht nur die franziskanische Familie auf das Leben und Erbe eines Heiligen, welche bis heute faszinieren. Doch wie wurde aus einem Kaufmannssohn aus der kleinen umbrischen Stadt Assisi der Heilige des europäischen Mittelalters schlechthin? Diesem Wandlungsprozess möchte der Workshop auf den Grund gehen, um besser zu verstehen, welche Ereignisse, Impulse und Konstellationen die Identität des Franziskus prägten.
Dabei rücken einerseits die reichen hagiographischen Traditionen in den Blick, um zu untersuchen, wie die Biographen des Heiligen dessen Suchprozess und schließlich die Heiligenidentität konstruieren. Zum anderen erlauben die Selbstzeugnisse des Franziskus einen Einblick in die Innenperspektive: Sie zeigen, wie er selbst im Lauf seines Lebens die eigene Identität narrativ formte. Beide exemplarischen Perspektiven verdeutlichen, wie disparat, intentional geprägt und unterschiedlich auserzählt Identitätskonstruktionen sein können – und warum es sich lohnt, diese Ambiguität auszuhalten, statt sie aufzulösen.
Im Workshop werden wir uns diesen Fragestellungen gemeinsam anhand ausgewählter Quellentexte in Kleingruppenarbeit und im Plenum widmen.
Biografische Notizen
Sr. Jakoba Zöll OSF ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn (Deutschland). Sie hat in Bonn und Jerusalem Katholische Theologie studiert, von 2021 bis 2025 zusätzlich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle für Theologische Genderforschung der Universität Bonn gearbeitet. Seit 2019 ist sie Olper Franziskanerin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschlechtergeschichte des Mittelalters und der Franziskanischen Forschung. Sr. Jakoba verfasst ihre Dissertation unter dem Arbeitstitel „Franziskanische Konstruktionen von Männlichkeiten ~1226 bis 1300“.
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